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@adfichter@infosec.exchange

2026-09-23 09:52 UTC

SPOT ON für das erste deutschsprachige Interview von @nohillside@smnn.ch und mir mit dem Deutschschweizer CEO (did you know this?) von Bluesky (der Twitter-Alternative): Toni Schneider. Er erklärte neben seinen Vorstellungen rund um das Ökosystem der ATmosphere auch wie sich Bluesky künftig finanzieren wird, warum sie kaum Daten besitzen und diese niemals an autoritäre Staaten herausgeben würden. Ausserdem sagt Schneider, warum die Schweiz im digitalen Wettbewerb Chancen für eine kluge Regulierung hat und sich gut positionieren kann – nicht zuletzt deshalb baut Bluesky den Core Identity Server in der Schweiz auf. "In der Anfangsphase ging es um eine Alternative zu Twitter und Threads, und die Apps sind sich alle sehr ähnlich, arbeiten aber zusammen – das ist gut, weil es jetzt ein offenes System ist. Wir wollen aber, dass viel mehr Apps entstehen, die nicht nur Mikroblogging sind. Das nächste Kapitel dieser Geschichte sind Tausende von verschiedenen Apps und Communities, die alle verbunden bleiben, aber nicht mehr nur Mikroblogging machen. Wir sehen das schon jeden Tag: Games, Event-Apps, Group-Apps. Der neueste Teil des Protokolls heisst ATProto Spaces, und da geht es um private Daten, private Communities. Das ist der Nummer-eins-Wunsch unserer User und Developer: nicht immer nur auf einer Public App zu sein, wo alles öffentlich ist, sondern wieder mehr in privaten Gruppen. Das ist eigentlich die ursprüngliche Idee von Social Networking, die heute auf Social Media so nicht mehr existiert. Vor etwa zwei Wochen kam das als Alpha-Release raus, und wir sehen schon Dutzende von neuen Apps, die das ausprobieren. Die Bluesky-App selbst wird weiter wachsen, aber wir wollen auch all die anderen Apps reinbringen, die neue Formen von Social Networking anbieten. Was heisst „privat“ hier genau – non-public oder verschlüsselt? Non-public. Du kannst einen Space machen und den Zugang kontrollieren. Die Grundidee von ATproto ist, dass die Nutzerdaten dir selbst gehören: Es gibt nicht eine Datenbank pro App, sondern Millionen kleiner Datenbanken pro User – den PDS, den Personal Data Server. Der gehört dir, du kannst ihn selbst hosten, und er funktioniert mit allen Apps. Für private Daten kannst du einen eigenen PDS für einen Space machen, der den Leuten gehört, die ihn erstellen. Nur wer in der Gruppe ist, sieht die Daten. Das kann für Publisher sein, die Artikel verkaufen wollen, oder für einen privaten Group-Chat. Wichtig ist: Es bleibt alles user-owned. Die App ist nur eine „Lense“ – wir als Bluesky haben eigentlich keine Kontrolle über die Daten selbst. Wenn eine App vom Markt verschwindet, komme ich dann noch an meine Daten heran? Die Idee ist, dass es für jede Art von Daten mehrere Apps gibt. Wenn Bluesky morgen verschwindet, kannst du eine andere App nutzen, etwa von Eurosky, oder es macht irgendjemand eine neue – mit KI ist das heute auch selbst möglich. Die Schema-Definitionen, also die Lexicons, sind dafür immer öffentlich, sichergestellt über den IETF [Anmerkung der Redaktion: IETF (Internet Engineering Task Force) ist die internationale Organisation, die offene technische Standards fürs Internet entwickelt und pflegt – etwa Protokolle wie TCP/IP oder HTTP]. Wenn du eine App entwickelst, schaust du dir die Lexicons an, um zu wissen, welche Daten es gibt und wie du sie in deine App holst. Das System ist so designt, dass du sofort Zugang zu all diesen Daten hast, anstatt bei null anzufangen und Nutzer zum Eintragen ihrer Daten zu bewegen." https://dnip.ch/2026/09/23/interview-mit-dem-schweizer-ceo-von-bluesky-toni-schneider-werbung-wird-nicht-unser-hauptgeschaeft/

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